Der heutige 8. März ist die passende Gelegenheit, um genau das zu tun, was wir eigentlich jeden Tag machen sollten: uns an die gesellschaftlichen Errungenschaften und die politischen und wirtschaftlichen Kämpfe um Gleichberechtigung und ihre Heldinnen zu erinnern. Ein aktuelles Thema – damals wie heute.

Aber seit wann gibt es den Weltfrauentag? Wären wir jetzt in einem TV-Quiz, würde unsere Antwort in diesem Fall lauten: Der Weltfrauentag wird genau seit dem 8. März 1910 gefeiert.

Aber was genau passierte damals?

Es sind stürmische Jahre: die ersten Olympischen Spiele der Moderne, die Belle Époque, der Erste Weltkrieg…. Für die Frauen bot sich damals die Möglichkeit, sich einen Platz in der Geschichte, in der Welt des Sports und im Leben zu erobern.

Raymonde de Laroche war jedoch weder die erste Frau, die in einem Flugzeug flog (Mademoiselle Van Pottelsberghe war schon 1908 als Passagierin mitgeflogen) noch die erste Pilotin (das war die Bildhauerin und Flugpionierin Thérèse Peltier, ebenfalls 1908). De Laroche wollte Fliegen, und das mit Brief und Siegel.

RAYMONDE DE LAROCHE (wikicommons)
RAYMONDE DE LAROCHE (wikicommons)

Und so schrieb Raymonde de Laroche am 8. März 1910 Geschichte: Als erste Frau wird sie den Pilotenschein machen, den 36. von der Internationales Aeronautisches Vereinigung (FAI) ausgestellten, um genau zu sein.

Nachdem Raymonde Monate lang auf dem einzigen freien Platz eines Einsitzers mit ihrem Fluglehrer Charles Voisin geübt hatte, der ihr vom Boden aus Anweisungen gab, begann endlich die Geschichte der Frauen in der Luftfahrt.

Im Ersten Weltkrieg durften Frauen nicht als Pilotinnen eingesetzt werden (vielleicht war es zu gefährlich für sie…?), was de Laroche jedoch nicht davon abhalten sollte, ungeachtet des feindlichen Beschusses Frankreich als Fahrerin für die Bodentruppen in einer kontinuierlichen Stafette zwischen der Front und den Etappen zu dienen.

Nach Kriegsende wurde ihr 1919 versprochen, wieder fliegen zu dürfen, diesmal in wesentlich moderneren Flugzeugen als noch vor dem Krieg.

Und sie sollte daraufhin immer neue Rekorde aufstellen: An Bord eines kleinen Doppeldeckers vom Typ Caudron G.3 spezialisierte sie sich schnell auf Flüge in großer Höhe, und am 17. Juni 1919 brach sie mit 3.900 m den Höhenrekord für Frauen. Dieser erste Rekord hielt nur kurz, denn er wurde kurz danach von der amerikanischen Flugpionierin Ruth Law gebrochen, die 4.270 m erreichte.

Ruth Law (wikicommons)
Ruth Law (wikicommons)

Aber de Raymonde gab nicht auf: Sie übertrumpfte ihre Rivalin erneut mit 4.800 m Flughöhe und stellte auch den Frauenweltrekord im Dauerflug mit einer Entfernung von rund 323 km auf.

Nichts kann eine Frau aufhalten, wenn sie sich ein Ziel setzt.

Wir wünschen allen Visionärinnen da draußen und vor allem all jenen, die nicht nur mit ihren Gedanken, sondern auch mit den Füßen über den Wolken schweben, einen wunderschönen 8. März!

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