Mont-gol-fier. Alles klar, oder?

Joseph Michel und Jacques Étienne Montgolfier waren zwei französische Erfinder, die im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert lebten. Sie erfanden den Heißluftballon, die Montgolfiere.

Der Heißluftballon mag uns heute vielleicht etwas primitiv erscheinen, aber es war ein Riesenschritt in der Geschichte der Menschheit. Denn dank des mit heißer Luft gefüllten aerostatischen Ballons hob der Mensch zum ersten Mal überhaupt in einem Luftfahrzeug vom Boden ab und begann zu fliegen.

Die beiden Brüder waren schon von Kindesbeinen an sehr verschieden, ergänzten sich aber perfekt: Joseph war ein kreativer Träumer, wenig am Geschäft interessiert, aber immer bereit für neue Abenteuer; Étienne hingegen hatte das Unternehmertum im Blut, er war so seriös und solide, dass er es sich als einziges von 16 Kindern zutraute, die Verantwortung für die Führung des Familienbetriebs zu übernehmen.

Die Idee, einen „Freiballon“ zu bauen, hatte Joseph, laut einer Anekdote, die vielleicht mehr als nur eine Legende ist. Als er eines Tages sah, wie sich die an einer Leine zum Trocknen hängende Wäsche im Wind bewegte, soll er eine Eingebung gehabt haben. Wie auch immer: Josephs erster Versuch entstand fast zufällig. Mit ein paar Seilen und einem Stück Taft zeigte der Visionär der Gebrüder Montgolfier, dass ein Ballon mit heißer Luft und dem sogenannten „Montgolfier-Gas“ in die Luft aufsteigen und schweben konnte. Étienne erkannte sofort das Potenzial und natürlich auch die wirtschaftliche Bedeutung dieser Idee.

Nach vielen Tests, von denen einige mehr, andere weniger erfolgreich waren, bereiteten sich die Gebrüder Montgolfier auf eine erste, grandiose öffentliche Vorführung am 4. Juni 1783 vor. Sie ließen den für diese Gelegenheit gebauten Heißluftballon in Annonay vor einem hochoffiziellen Publikum aufsteigen. Der Ballon flog rund zwei Kilometer, die Fahrt dauerte knapp zehn Minuten und erreichte eine Höhe von 1.600 bis 2.000 Metern. Das war der Beginn einer ganz großen Sache.

Als die Nachricht von dieser Flugmaschine Versailles erreichte, wollte König Ludwig XVI. persönlich einer Demonstration beiwohnen, jedoch unter der Bedingung, dass die ersten Passagiere des fliegenden Ballons nicht Menschen, sondern Tiere seien. Am 19. September 1783 wurde der Aérostat Réveillon vor den verzückten Blicken von Marie Antoinette mit einem Hammel, einer Ente und einem Hahn in den mit Seilen am Ballon hängenden Korb in die Luft gelassen. Nach acht Minuten und drei Kilometer Flug landeten die Tiere unversehrt.

Nun war der Mensch an der Reihe.

Am 21. November 1783 erboten sich die Flugpioniere Jean-François Pilâtre de Rozier und François Laurent Marquis d‘Arlandes, den ersten bemannten freien Flug mit einem Heißluftballon zu unternehmen, der nach Königin Marie Antoinette benannt wurde. In einer Höhe von rund 100 Metern über Paris legte er in 25 Minuten eine Entfernung von rund neun Kilometern zurück. Die Nachricht von diesem Unterfangen verbreitete sich wie ein Lauffeuer und löste eine Mode aus: Auf Stühlen, Taschenuhren, Nippes und Gemälden wurden die faszinierenden Heißluftballons abgebildet, und die Menschen verspürten immer stärker den Drang, sich in die Lüfte zu erheben.

Noch etwas Kurioses zum Schluss: Angeblich ist von den Gebrüdern Montgolfier nur Étienne mit einem Heißluftballon gefahren, und das auch nur ein einziges Mal…

(ph. Wikipedia / Wikimedia Commons)