Wir haben diese Rubrik für Technikfreaks eingerichtet, die immer auf dem neuesten Stand sind, vor allem aber auch für die Leser, die sich ständig fragen: „Wie wird das und das gebaut?“

Sie sind ein Aussichtspunkt auf beleuchtete Städte, ein Moment, in denen sich die Augen im Angesicht der Schönheit von Gebirgen weiten, die perfekte Art und Weise, noch einmal eine gerade beendete Reise Revue passieren zu lassen oder auch ein Foto, das nach der Landung auf Instagram gepostet werden kann: Die Flugzeugfenster sind vielleicht das Faszinierendste überhaupt am ganzen Flug.

Dabei muss man wissen, dass Flugzeugfenster nicht irgendwelche Fenster sind. Die Flugzeugkabine ist durch drei Schichten Polymethylmethacrylat, das von Laien auch einfach Plexiglas genannt wird, von der Außenumgebung getrennt. Dabei handelt es sich um ein leichtes, aber elastisches Material, das einem eventuellen Aufprall von Vögeln oder Hagel und – natürlich – auch dem Luftdruck standhält.

Wir alle haben uns schon mindestens einmal in unserem Leben gefragt, wozu dieses kleine Loch dient, das sich in der mittleren Schicht der Fenster befindet, warum alle Flugzeuge ovale Fenster haben und warum die Sonnenblenden bei Start und Landung immer geöffnet sein müssen.

Fangen wir mit den einfachen Fragen an. Wenn die Sonnenblenden während der heikleren Flugphasen geöffnet sind, hat die Crew eine bessere Sicht nach draußen und kann die Außenkonditionen besser kontrollieren. Es gibt aber auch einen psychologischen Grund, der die Fluggäste betrifft: Nach draußen zu schauen und einen Anhaltspunkt in den Phasen des Flugs zu haben, in denen die Gesetze der Schwerkraft am stärksten durcheinander gebracht werden, wirkt beruhigend und versichernd…Und es ist ein Schauspiel, das man einfach nicht verpassen sollte.

Die Fenster haben immer die gleiche Form. In der Mechanik gibt es ein „Ermüdung“ genanntes Phänomen, das wechselnden Umgebungseinflüssen ausgesetzte Materialien betrifft (wegen der Temperatur- und Druckveränderungen dehnt und zieht sich der Flugzeugrumpf ständig zusammen) und im Laufe der Zeit zu Beschädigung und Bruch führen kann. Bei ovalen Fenstern ist dieses Phänomen wesentlich weniger stark ausgeprägt als bei den ersten quadratischen Fenstern, die bis in die 1950er Jahre gebaut wurden und bei denen sich tendenziell an den Kanten Risse im Rumpf bildeten.

Das kleine Loch, das manchmal diesen merkwürdigen Eisblumeneffekt in der mittleren Glasschicht des Fensters bewirkt, hat eine extrem wichtige Funktion, denn es gleicht den Druckunterschied zwischen der Kabine und der Außenumgebung aus. Das Eis, das sich um das Loch herum bildet, ist die Folge der kondensierten Feuchtigkeit, die wegen der extrem niedrigen Außentemperaturen in großer Höhe gefriert.

Eine letzte Frage: Warum sind die Fenster im Rumpf fast nie auf Höhe der Sitzreihen? Die Antwort ist ganz einfach: Die Anordnung der Sitzreihen, der sogenannte Sitzplan, wird von den Fluggesellschaften erst festgelegt, wenn sie das Flugzeug schon gekauft haben.

Bis bald, liebe Wissbegierige, Experten, Geeks und Flugfreaks!