Flugzeuge faszinieren uns durch und durch!

Aber habt ihr mal darüber nachgedacht, was diese Faszination ausmacht? Vielleicht, dass Flugzeuge die Gesetze der Schwerkraft herausfordern, vielleicht ihre technische Komplexität oder aber, dass sie uns einen anderen Blick auf die Erde bieten? Genau aus diesem Grund interessiert sich nämlich die Kunst für das Fliegen.

Die Luftbildfotografie entstand einige Jahrzehnte nach der Erfindung der Fotografie selbst, dank einer brillanten Initiative von Gaspard-Félix Tournachon, einem in Paris unter dem Pseudonym Nadar bekannten Fotografen. 1858 nahm Nadar, der mit Charles Baudelaire und anderen Vertretern der Pariser Bohème befreundet war, eine Kamera auf Heißluftballonfahrten mit, um Fotos von der Erde tief unter seinen Füßen zu machen.
Das Ergebnis seiner Pionierarbeiten wurde einige Jahre später im Buch Les Memoires du Géant veröffentlicht und diente seinem Freund Jules Verne als Inspirationsquelle für mehrere Romane.

Leider ging Nadars Arbeit verloren, sodass heute das Foto des amerikanischen Fotografen James Wallace Black mit dem Titel Boston as the Eagle and the Wild Goose See It („Boston, wie es der Adler und die Wildgans sehen“) aus dem Jahr 1860 als älteste erhaltene Luftaufnahme überhaupt gilt.

In ihren Anfängen war die Luftbildfotografie eng mit der Kartografie verbunden: Sie wurde verwendet, um Landkarten so exakt wie möglich zu erstellen. Viele Techniken wurden erprobt, von denen einige ziemlich bizarr waren. So befestigte der Kronberger Amateurfotograf Julius Neubronner eine Kamera in einem Geschirr an den Beinen von Brieftauben, während sich viele andere Künstler, Kartografen und Meteorologen der Kite Aerial Photography, also der Fotografie mithilfe eines Fesseldrachens (ein Vorfahre moderner Drohnen), bedienten.

Natürlich wurde das Potenzial dieser Techniken auch während der beiden Weltkriege ausgeschöpft, die die moderne Welt aus dem Gleichgewicht brachten.

Im Kalten Krieg wurde die Technik der Luftbildfotografie weiter verfeinert. Man entwickelte sogenannte Spionageflugzeuge, die Aufnahmen im fremden Gebiet machen sollten, um Strategien und Geheimnisse des Gegners auszuspähen. Doch nach den ersten Flugzeugabschüssen war klar, dass im Spionagehandwerk den Drohnen und Satelliten die Zukunft gehören würden.

Heute ist die Luftbildfotografie eine geschätzte und anerkannte Kunstform, die dazu dient, die Welt von oben oder die Folgen des Klimawandels zu dokumentieren oder auch besonders schöne Perspektiven im Bild festzuhalten.

Folgt uns weiter, um alle Vertreter und Techniken der zeitgenössischen Luftbildfotografie kennenzulernen!