Der französische Anthropologe Marc Augé bezeichnete sie als „Nicht-Orte“.

Dabei handelt es sich um Orte, die täglich von sehr vielen Menschen aufgesucht werden, die in der Regel allein und ausschließlich auf der Durchreise sind: Bahnhöfe, Autobahnraststätten, Vergnügungsparks, vor allem aber Flughäfen.

Flughäfen sind aber keine seelenlosen Orte. Zumindest nicht alle. Einige von ihnen haben eine innovative und revolutionäre Architektur, die von echten Stars der Branche entworfen wurden.

Flughäfen, die von Stararchitekten entworfen wurden, sind das Tor zu dynamischen, pulsierenden, modernen Städten und deren Visitenkarte. Manche sehen aus wie Kathedralen in der Wüste, andere fügen sich perfekt in die Landschaft ein. Doch immer sind sie Begegnungspunkte und Drehkreuze für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.

Von Stararchitekten entworfene Flughäfen: die Top 5

Shenzhen-Bao’an | Shenzhen, China

Terminal 3 ist eines der wichtigsten Drehkreuze in Südchina und trägt die Handschrift des italienischen Architekten Massimiliano Fuksas. 500.000 Quadratmeter, aufgeteilt auf drei Ebenen, werden durch ein Element vereint: eine doppelwandige Wabenstruktur, die sich über das gesamte Tragwerk legt. Die Verkleidung besteht aus 25.000 Metall- und Glaselementen, die das Sonnenlicht durchlassen. So wird ein gitterartiges Licht- und Schattenspiel erzeugt, das die Passagiere bis zum Gate begleitet.
Das Studio Fuksas ist auch mit den beiden neuen Erweiterungen des Flughafens beauftragt worden, die für 2025 und 2035 geplant sind.

Flughafen Carrasco | Montevideo, Uruguay

Der ursprüngliche Terminal wurde 1947 eröffnet. 2007 wurde mit dem Bau eines neuen Terminals begonnen, der von dem uruguayischen Architekten Rafael Viñoly entworfen wurde. Das Herzstück des Bauwerks ist ein niedriges, geschwungenes, monolithisches Dach, das sich über eine Länge von 300 Metern spannt. Dank der schlanken Stützen und der riesigen Fenster, die sich über alle vier Seiten des Gebäudes erstrecken, entsteht so die optische Täuschung eines in der Luft frei schwebenden Daches.

Flughafen Franz-Josef Strauß | München, Deutschland

Dem luxuriösesten Flughafen Europas haben wir bereits mehrere Artikel gewidmet (HIER der meistgelesene), und doch kann man immer wieder über die schlichte und moderne Eleganz der Räumlichkeiten ins Staunen geraten. Der Bau, mit dem das Münchner Architektenbüro Koch + Partner beauftragt wurde, hat ein Konzept, bei dem der Fluggast im Mittelpunkt steht. Ein einziger Blick genügt, um sich zurechtzufinden, egal, wo man sich gerade befindet.
Am Flughafen befindet sich auch das Hotel Hilton Munich Airport, das von dem berühmten deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn und dem auf Landschaftsarchitektur spezialisierten Büro PWP Landscape Architecture entworfen wurde.

Flughafen Lyon Saint-Exupéry | Lyon, Frankreich.

Sein Platz in unserer Rangliste gründet sich auf ein Bauwerk außerhalb des Flughafens, das an einen großen, flugbereiten Vogel erinnert: den TGV-Bahnhof. Er wurde von keinem Geringeren als Santiago Calatrava entworfen. Der Flughafen von Lyon war der erste überhaupt, der mit einem Bahnhof an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen wurde, und sein Entwurf wurde 1987 im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbs an den spanisch-schweizerischen Stararchitekten vergeben.

Kansai Intl Airport | Osaka, Japan

Es ist eines von zehn „Baudenkmälern des Millenniums“, die 2001 von der American Society of Civil Engineers ausgewählt wurden. Das Projekt des weltberühmten italienischen Architekten Renzo Piano ist vor allem durch seine Form und Lage innovativ. Der Flughafen liegt nämlich auf einer künstlichen Insel, die eigens für den Bau geschaffen wurde. Mehr als 10.000 Arbeiter waren 38 Monate ununterbrochen damit beschäftigt, die Insel entstehen zu lassen.

Ad Astra!